ZDF
ZDF Sa.. 22.03.
Doku
Die schwangere Chirurgin Kristina Götzky bei ihrer Arbeit im OP-Saal. In vielen Kliniken ist das nicht erlaubt. Eine Benachteiligung gegenüber männlichen Kollegen. ZDF/Anton Klimenko
Jessica te Heesen (r.) leitet das Projekt JUMP der Diakonie in Düsseldorf. Geflüchtete Mädchen lernen dort, sich durchzusetzen - und die Einschränkungen ihrer männerdomierten Kultur abzuschütteln. ZDF/Sina Diehl
Bäuerin Erlinda Pillajo verkauft ihr Biogemüse an ihrem Marktstand im ecuadorianischen Cayambe. Seit sie ihr eigenes Land beackert, ist sie nicht mehr von den Hungerlöhnen der Blumenindustrie abhängig. ZDF/Sina Diehl
Die Ecuadorianerin Rosa Quimbia (M.) mit Bäuerinnen auf dem Markplatz von Cayambe. Mit Biogemüse verdienen die Frauen endlich genug, um ihre Familien zu ernähren. ZDF/Sina Diehl
Bahareh Husseini (r.) unterstützt im Düsseldorfer Projekt JUMP geflüchtete Mädchen zum Beispiel mit Nachhilfe in Deutsch. Damit hilft sie ihnen, sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. ZDF/Sina Diehl
Die drei Frauen Vlada (l.), Bahareh (M.) und Lisa (r.) halten zusammen. Im Projekt JUMP der Düsseldorfer Diakonie unterstützen sich Geflüchtete gegenseitig. ZDF/Jasmin Cilesiz Linhart

plan b

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Starke Frauen - Kampf um Selbstbestimmung

  • D, EC 2025
  • 30'
Doku-Reihe

Inhalt

Auch im Jahr 2025 gilt Gleichberechtigung oft nur auf dem Papier. Weltweit setzen sich Frauen für Frauen ein, um veraltete Strukturen zu durchbrechen und einander zu stärken. Frei über den eigenen Weg bestimmen, gleiche Rechte im Beruf, finanzielle Unabhängigkeit: Das sind die wunden Punkte, an denen Initiativen in Deutschland und Ecuador ansetzen. Die Reportagereihe "plan b" begleitet drei engagierte Vorkämpferinnen. Eine davon ist die Chirurgin Katja Schlosser. Die Chefärztin am Agaplesion Evangelisches Krankenhaus Mittelhessen setzt sich mit ihrem Verein "Die Chirurginnen" für Kolleginnen wie Kristina Götzky ein, damit sie ihren Beruf uneingeschränkt ausüben dürfen - auch wenn sie ein Kind bekommen. Das ist in einigen Bundesländern de facto verboten: Schwangere dürfen nicht mehr operieren. Offizielle Begründung: das Mutterschutzgesetz. Dadurch geraten Chirurginnen gegenüber ihren männlichen Kollegen ins Hintertreffen. Eine Benachteiligung, die Katja Schlosser nicht hinnimmt. Sie kämpft für ein Mitspracherecht und gleiche Karrierechancen: "Keiner würde von einer schwangeren Chirurgin erwarten, dass sie sich bei einer OP Röntgenstrahlen aussetzt. Da muss man aber gucken: Wo kann man schwanger operieren? Zwischen 'ganz' und 'gar nicht' gibts doch Wege dazwischen!" Für sich selbst einzustehen, fällt Mädchen aus männerdominierten Kulturen nicht immer leicht - wie Bahareh Husseini aus dem Iran, die heute in Düsseldorf lebt. "Früher kannte ich keine Freiheit. Mein großer Wunsch war, dass ich studieren kann. Etwas machen, was die Jungs machen", erzählt die heute 21-Jährige. Sie schaffte es, nach Deutschland zu fliehen und fand Hilfe bei der Diakonie. Dort leitet Jessica te Heesen ein Projekt namens JUMP. Das unterstützt junge Frauen beim Sprung in ein selbstbestimmtes Leben. "Für uns ist es wichtig, dass die Mädchen lernen, sich durchzusetzen", sagt te Heesen. JUMP bietet Kurse zum Umgang mit männlichen Personen, Hilfe in der Schule und bei Bewerbungen. Es gibt auch die Möglichkeit, in eine WG zu ziehen. So finden die Mädchen Anschluss und stärken sich gegenseitig. Wie gut das funktioniert, sieht man an Bahareh. Sie studiert jetzt medizinische Physik und hilft bei JUMP anderen geflüchteten Mädchen, Selbstvertrauen aufzubauen. Genau das treibt auch Patricia Yaselga in ihrer Heimat Ecuador voran. Im Norden des Landes haben viele indigene Frauen kaum eine andere Wahl, als in der alles dominierenden Schnittblumenindustrie zu arbeiten. Die zahlt ihnen nur den Mindestlohn und verseucht mit Pestiziden und Kunstdünger die einst fruchtbaren Böden. Die Folgen: Armut und Mangelernährung. "Die Blumenindustrie zerstört die indigene Kultur und gefährdet die Selbstversorgung der Menschen mit gesunden Lebensmitteln", sagt Betriebswirtin Patricia Yaselga. Deshalb hat sie die "Stiftung für alternative Entwicklung" gegründet: SEDAL. Zusammen mit ihrer Kollegin Rosa Quimbia bietet sie Workshops für Frauen an, um sie für die Bio-Landwirtschaft fit zu machen. Damit werden sie finanziell unabhängig und können ihre Familien ernähren. "Es haben immer die Männer die Entscheidungen getroffen, obwohl Frauen die meiste Arbeit leisten. Damit ihr Beitrag wertgeschätzt wird, muss ihre Stimme hörbar sein", sagt Patricia Yaselga. Für Emanzipation kämpfen einige der Bio-Bäuerinnen inzwischen sogar politisch: als selbstbewusste Abgeordnete in Gemeinderäten.

Sendungsinfos

Von: Jasmin Cilesiz Linhart VPS: 22.03.2025 17:35, Untertitel, Stereo
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